Im Alter von 5 oder 6 Jahren,
durfte ich mit meinen Eltern die
Hengstparade in Marbach besuchen. Dieser Besuch hat sich
für mich bis heute als prägend erwiesen. Pferdeverrückt war ich
schon solange ich denken kann. Aber der alte, vom Alter
gezeichnete Hadban Enzahi ist für mich bis heute das beeindruckendste
Pferd dem ich je begegnet bin.

Stuten der Murana I-Linie 1990 in Marbach: Dagi (links) und
Samia (rechts)
Jahre später durfte ich mit dem Vater meines Freundes Pirmin zu
Körungen und Hengstleistungsprüfungen nach Marbach. Er ist
bis heute Warmblutzüchter und zeigte mir ehrfuchtsvoll den so
beliebten Gharib. In unserer Gegend hatten und haben die Weil-Marbacher
Vollblutaraber sowohl in der Reinzucht als auch in der
Warmblutzucht als Veredler einen exzellenten Ruf.
Selten hörte man von Vorurteilen über "spinnige Araber". Dass
es spinnige Araber gibt, habe ich übrigens erst durch die
"Araberszene" erfahren müssen.

Amurath 1829 (Bairactar x Saady von Schwarzenberg)
Einige Jahre hatte ich bedingt durch Ausbildung und Beruf wenig
Kontakt zu Pferden. Aber immer wieder zog es mich nach
Marbach zu den Arabern. Jede meiner Freundinnen musste dies
über sich ergehen
lassen. Bis die Richtige kam.

Koheil Aguse
In der damaligen Zeit ergaben sich nach dem Kauf von Mahara
auch erste Kontakte zu privaten Züchtern der Weiler Blutlinien.
Insbesondere die Besuche im Gestüt Ismer, Gestüt Waldhof
(Familie Wagner) und Hof Schimmelberg (Fam. Maltz) haben
uns beeindruckt. Ein Ausritt auf Dschunaid (Saher x Dschadaah
von Hadban Enzahi) bleibt mir bis heute in Erinnerung.
Durch diese Kontakte wurde uns klar: Wir wollen Vollblutaraber züchten, aber
nur Weil-Marbacher Blutlinien. Gerade aufgrund seines durchgezüchteten guten
Charakters und seiner vielseitigen Verwendbarkeit ist der Weiler Araber das ideale
Familen- und Freizeitpferd für uns. Die großen seelenvollen Augen,
das ruhige, ausgeglichene Wesen, die elastischen gut reitbaren Bewegungen sind
Merkmale, die gerade heute keine Selbstverständlichkeit darstellen.
Aber man muss sich auch der Zeit stellen. Ein Abschotten,
Stehenbleiben oder Resignieren, wie es leider viele ältereZüchter
gemacht haben, ist der falsche Weg. Zuchtfortschritt durch
Integration passender Blutlinien bei Bewahrung der bewährten,
konsolidierten Stutenstämme hat oberste Priorität. Ein gutes
Vorbild in dieser Hinsicht ist mir bis heute das Gestüt Ismer. Die
von uns sehr geschätzten HengstePasat und Penthagonn haben
bei ihrem Einsatz mit den Weiler Stuten Bestes geleistet.
Leider ist die momentane Zuchtqualität in Marbach mit vorher
genannten Zuchtstätten nicht mehr ebenbürtig. Dies tut weh und erschwert
die Lage für diese Blutlinien. Wenn man jedoch
genau hinsieht ist in Australien, Frankreich, den USA ect. das
Weil-Marbacher Blut sehr erfolgreich. Lumiar Amadeus,
Maklouf, Sharem El Sheik und viele andere beweisen dies auf
internationalen Schauen. Nur "überdecken" gelegentlich die
Väter aus amerikanischen, polnischen oder spanischen Linien die
Weiler Mütter.
Die Zucht wird internationaler und globaler. Und das ist gut so.
Gerade jetzt haben insbesondere Hengste der Weiler Linien die
Möglichkeit auf polnischen und russichen Stuten ihre Stärken
zu beweisen. Dies ist in letzter Zeit leider vergessen worden.
Haben Sie den Mut, es zu versuchen. |